BCKategorie 09.11.2015 13:34:02 Uhr

Salzgeschichte

Salzgeschichte – das weiße Gold

Mit 1225 Jahren urkundlich überlieferter Geschichte zählt die Stadt Bad Salzungen mit zu den ältesten Orten des Freistaates Thüringen. Am 5. Januar 775 schenkte der fränkische König Karl dem Kloster Hersfeld den Zehnten der königlichen Villa Salzungen im Gau Thüringen am Flusse Werra. Der Inhalt der Urkunde, insbesondere die Tatsache des Bestehens von Siedeanlagen in Salzungen, die nicht mehr zu den Anfängen der Salzerzeugung zu rechnen waren, sowie der Hinweis auf abhängige Gemeinden, lässt den Schluss zu, dass die Siedlung ein wesentlich höheres Alter besitzt und 775 bereits Mittelpunkt einer "Mark" gewesen sein kann.  Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet in seinen "Annalen" von einer Salzschlacht im Jahre 58 zwischen diesen beiden Stämmen an einem Fluss, in dem und umliegenden Wäldern sich Salzquellen befinden.
Die Überlieferung der nächsten Jahrhunderte beinhaltet Besitzwechsel und Schenkungen, wobei im Mittelpunkt Rechte am Salzwerk und dessen Erträgen standen. Der Salinenbezirk und ein Markt waren Voraussetzung des Beginns der Herausbildung einer städtischen Siedlung.

 

Salzsiedegeschichte 

Im 14. Jahrhundert nahm die Salzgewinnung in Deutschland einen starken Aufschwung, wovon sicher auch die Saline Salzungen profitierte. Salz war im Mittelalter nicht nur die am meisten gebrauchte Würze für Speisen, sondern auch das einzige Konservierungsmittel. In dieser Zeit entwickelte sich eine aus den Einwohnern Salzungens bestehende bürgerliche Pfännerschaft. Die Pfännerschaften waren im Mittelalter die typische Besitzform der Salinen in Deutschland. Es waren lockere Vereinigungen der Besitzer der Siedehütten und Pfannen, die sie als Lehen des Landesherren besaßen und dafür Abgaben in Form von Salz und Geld zu leisten hatten. Die Pfänner beschäftigten in den Siedehütten als Lohnarbeiter Siedemeister und Siedeknechte. Danach kennzeichnen sich die Pfänner als Innung mit festgeschriebenen Eintrittsbedingungen.

Nappenplatz

Die Geschichte Bad Salzungen ist zugleich die Geschichte seiner Saline.

Im Jahr 2003 wurde der Nappenplatz vollständig saniert.

 

Das Gradierwerk mit Trinkhalle

1590 baute man die ersten Gradierhäuser (Kunsthäuser), durch die der Siedeertrag erheblich gesteigert wurde. Diese Gradierhäuser durchliefen verschiedene Entwicklungsstufen. So waren sie zuerst mit Strohwänden, dann mit Birkenreisig, Wacholdersträuchern, Schilf und Rohr bestückt, bis man in dem noch heute verwendeten Schwarz- und Weißdorn das beste Material fand. Seit 1590 gab es insgesamt 24 Gradierwerke an beiden Seiten der Werra, von denen einige etwa 400 m lang und 8 m hoch waren.

Als man bei Bohrungen 1843 in 144 m Tiefe auf gesättigte Sole stieß, wurden die Gradierhäuser überflüssig. Zeitzeuge ist der Bohrturm aus dem Jahre 1868 (Tiefenbohrung IV) in Bad Salzungen.

Die heutige Ostwand unserer Gradieranlagen wurde in den Jahren 1796 -– 1797 gebaut und ist die letzte existierende Produktionswand.

Im Jahr 2000 wurde anschließend an das Gradierwerk das 1. deutsche Keltenbad eröffnet. Das aus drei Rundbauten bestehende Ensemble beinhaltet ein Therapiezentrum mit Fitness-Club, ein Solebewegungsbad mit einer Gesamtwasserfläche von 450 qm sowie eine im keltischen Stil eingerichtete Saunalandschaft. Die Gesamtanlage wird somit den heutigen Ansprüchen an Gesundheit, Entspannung, Beauty und Wellness vollauf gerecht.

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