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BCKategorie 09.11.2015 13:34:02 Uhr

Chronik (1700-1799)

  Chronik der Stadt Bad Salzungen (1700 - 1799)

um 1700 Umbau und Erweiterung der dem heiligen Marcus geweihten Kirche in Langenfeld.

1701 Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen bestätigt die \"verbesserten Salzunger Statuten\", die die Freiheiten des Stadtrates gegenüber den Statuten von 1555 erheblich einschränken.
\"ÄltestebekannteStadtansichtvon
1704 Christian Juncker stellt in seiner \"Ehre der gefürsteten Grafschaft Henneberg\" in einer für diese Zeit beispielhaften Weise den historischen landeskundlichen Stoff, Stadt und Amt Salzungen betreffend, dar. Das Werk enthält die älteste bildliche Darstellung der Stadt.

1705 6 Einwohnern von Langenfeld wird mit Zustimmung des Salzunger Amtmannes der im 30jährigen Krieg zerstörte Hof \"Hohloborn\" zum Wiederaufbau übertragen.

1706 Am 15. April in der Nacht um 1.00 Uhr bricht, veranlasst durch die Unvorsichtigkeit eines Jungen, in einem Pferdestall des Gasthofes \"Zur Krone\" Feuer aus. Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 Wohnhäuser ohne Nebengebäude, Stallungen und Scheunen der Stadt in Asche gelegt.

1711 Verlegung des Hospitals St. Johannes vom Steinweg, wohin es nach dem Brand von 1640 verlegt worden war, zurück in die Johannisgasse.

1714 Der Fuldaer Abt Konstantin von Buttlar fordert das Amt Salzungen zurück.

1716 Der im 30jährigen Krieg verschüttete Haadbrunnen wird durch den Salzgrafen Theodosius Immanuel Volkhart wieder gefunden.

1717 Die Saline hat folgende Einrichtungen:

- den Stadtbrunnen und 12 Siedehäuser (Nappen) auf dem           

  Nappenplatz

- den Niederborn

- vor dem Nappentor 12 Spritzhäuser

- sowie den Haadbrunnen (\"Gabe Gottes\") an der \"alten Werra\".

1718 Ausmessung der Stadt und Flur Salzungen für eine allgemeine Steuernachprüfung. Die Stadt Salzungen hatte 469 Häuser und Häuschen sowie 92 unbewohnte Plätze.

1723 Die Abtei Fulda stellt mit Unterstützung des Reichshofrates erneut den Antrag auf Rückkauf des Amtes Salzungen unter Berufung auf das in der Urkunde von 1366 festgeschriebene Wiederkaufsrecht. Dazu erschien 1726 eine Gegenschrift von sächsischer Seite.

Von Salzungen bestehen Verkehrsverbindungen durch einen \"fahrenden Post-Cours\" nach Kassel, Nürnberg, Coburg, Meiningen, Hersfeld, Münster sowie einmal wöchentlich Hamburg und Amsterdam.

1730 Am 6. September wird der spätere Doktor Johann Christian Sulzberger als Sohn des Kammerkonsulenten und Hofadvokaten Johann Andreas Sulzberger in Salzungen geboren.

1735 Abt Konstantin von Fulda erklärt sich beim Reichshofrat bereit, die Pfandsumme für Stadt und Amt Salzungen zu erlegen. Der dazu vorgelegte Kaufbrief von 1366 wurde von den Herzögen von Sachsen nicht anerkannt.

1736 Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Meiningen schließt mit dem berühmten Salinisten Freiherr Joachim Friedrich von Beust (1697 - 1771) einen Vertrag zu einer Reform der Salzunger Saline. Anlass war der Preisverfall des Salzunger Salzes durch das eine weitaus bessere Qualität aufweisende Salz der Saline Wilhelmsglücksbrunn bei Creuzburg. Die vorgesehene Reform betraf das bestehende Salzwerk nicht. Der Pfännerschaft waren die vorgesehene Neuerungen nur dann gestattet, wenn sie mit Beust einen ähnlichen Vertrag schloß.

1738 Zum wiederholten Male versucht die Pfännerschaft erfolglos, die Realisierung des Vertrages von 1736 unter Hinweis auf ihr Privileg zu verhindern.
1740 Im November beginnt das von Beust auf den Haadwiesen erbaute \"Neue Werk\" mit dem Sieden. Rohstoffgrundlage bildet ein auf dem Haad erbohrter vierter Brunnen. Für das Werk wurden zwei Gradierhäuser mit Schwarzdornwänden erbaut. Das Ergebnis war weißes, grobkörniges und trockenes Salz.

1751 Am 28. August wird in Salzungen als Sohn des Handschuhmachers Jakob Friedrich Walch Ernst Julius Walch geboren (gestorben 15.03.1825 in Salzungen). Er verfasste eine Beschreibung des Meiningischen Landes sowie des Salzwerkes zu Salzungen und richtete die Kirchenbücher der Stadt Salzungen ein.

1755 Mittags am 1. November wurde eine außergewöhnliche Bewegung des Sees festgestellt. Der Wasserspiegel sank mehrmals mit kreiselnder Bewegung und schoss beim Aufsteigen über die Ufer. Alle Augenzeugen des Phänomens wurden noch am gleichen Tage auf das Rathaus zitiert und ihre Aussagen protokolliert. Ein Bericht an die herzogliche Regierung nach Meiningen erfolgte am 17.11.1755.

1756 In der Stadt Salzungen sind am 18. Februar nach 8.00 Uhr früh Erschütterungen und Bewegungen am Kirchturm und Häusern zu verspüren. Der See bleibt ruhig. Bürgermeister und Rat berichten darüber an die herzogliche Regierung. Das Epizentrum dieses Erdbebens lag am Nordabfall der Eifel.

1757 Einheiten der Reichsarmee werden nach der Schlacht bei Roßbach (5.11.1755) in Salzungen einquartiert.

1759/60 Salzungen und Umgebung werden durch beide Kriegsparteien des 7jährigen Krieges in Mitleidenschaft gezogen.

1761 Das Projekt der Schiffbarmachung der Werra von Wernshausen bis Creuzburg wird vom französischen Oberkommando und der Kurhessischen Regierung erwogen. Der Herzog von Sachsen-Meiningen verwahrt sich energisch dagegen.

1764 Die Pfännerschaft stimmt der Reorganisation ihrer Saline durch Beust zu. In den Gradierwerken wurden die Strohwände durch Schwarzdorn ersetzt. Die Siedehäuser bei gleichzeitiger Reduzierung auf 6 Nappen verbessert und die Zahl der Gradierhäuser auf 17 gebracht.

1767 Magister Johann Ludwig Heim, Pfarrer zu Solz und Mehmels, stellt seine \"Hennebergische Chronika\" fertig. Die Chronik enthält neben einer Beschreibung des Salzwerkes, Angaben zur Geschichte Salzungens, des Klosters Allendorf und der Frankensteiner Dynasten.

Ein Erdbeben im Hessischen Bergland, Raum Rotenburg, wird in der Stadt Salzungen, Langenfeld und im Amt Altenstein in der Nacht deutlich wahrgenommen. Berichte der Amtmänner gingen an die Regierung.

1768 Auf Veranlassung des Freiherrn von Beust und Kosten der Pfännerei wurde ein Abfluss der Grube in den Burgsee geschaffen, um den Abfluss des Sees, die Silge, zum Antrieb des neu angelegten größeren Kunstrades vor dem Nappentor zu stärken.

1770/71 Teuerung infolge Missernten

1771 Nach dem Tod von Joachim Friedrich von Beust und die darauf folgende Übernahme der Verwaltung des neuen Werkes durch den Herzog von Sachsen-Meiningen entsteht wegen der Ansprüche der Pfännerschaft hinsichtlich der Mitaufsicht in beiden Werken ein Prozess, der bis vor das Reichskammergericht führt.

Volkszählung im Herzogtum Meiningen. Das Amt Salzungen hatte 4596 Einwohner.

1773 Ernennung von Johann Christian Sulzberger zum herzoglichen Stadt- und Landphysikus in Salzungen.

1779 Am 15. Juni wird Johann Kaspar Bein in Salzungen geboren, der später als Arzt viel zur Entwicklung des Solbades beigetragen hat.

1784 Vergleich zwischen Herzog und Pfännerschaft zu den seit 1774 strittigen Salinenrechten.

1786 Am 5. November gegen 15.00 Uhr brach im Wohnhaus des Salzkassierers Mäurer am Markt ein Feuer aus, das infolge eines sehr starken Ostwindes schnell um sich griff.Besonders war davon die wohlhabende Oberstadt betroffen. In Asche gelegt wurden 260 Hauptgebäude, darunter die Schnepfenburg mit gefüllten Kornböden, das herrschaftliche Vorwerk, Amtshaus, Amtsvogtei, Stadtkirche, Schule, alle geistlichen und Lehrerwohnungen, Rathaus, Wohnungen von 10 Ratsherren, 3 Gasthöfe, eine Apotheke, das Posthaus und 150 Scheunen voller Frucht sowie alle Stallungen mit Vieh. Alle Versuche, das Feuer zu löschen, scheiterten. Für den Wiederaufbau gewann man das Baumaterial durch weitgehenden Abbruch der Stadtmauer und ihrer Türme sowie aus den Ruinen des Klosters Allendorf und der Burg Frankenstein.

1788 Fertigstellung der Knabenschule

1790 Wiederherstellung des Rathauses

1791 Guss einer neuen Glocke für die Stadtkirche aus den Bronzeresten der beim Stadtbrand von 1786 zerschmolzenen Glocken.

Einweihung der von 1789 bis 1791 neu erbauten Stadtkirche am 3. Adventssonntag.

1792 In der wieder aufgebauten Burg ziehen herzogliche Beamte ein.

1796 Die Wohnungen der Geistlichen sind fertig gestellt. Das Baumaterial wurde aus dem Abbruch des Bürgerturms gewonnen.

1797 Ernst Julius Walch, Superintendent in Salzungen, veröffentlicht seine ausführliche Abhandlung über das Salzunger Salzwerk, das im Sinne des Akademiegedankens des 18. Jahrhunderts  einen umfassenden Einblick in die wechselvollen Betriebsverhältnisse und die Entwicklung gibt.

1799 Beim Hausbau in seinem Garten vor dem Nappentor entdeckt der Glasermeister Johannes Berth eine Solequelle. Es wurde ein Brunnen angelegt, der 1801 durch eine unterirdische Röhrenleitung mit dem Niederborn verbunden wurde.

Stadtverwaltung Bad Salzungen
Ratsstraße 2
36433 Bad Salzungen
Thüringen