Zeppelinstein bei Tiefenort restauriert – Stadt würdigt langjähriges Engagement von Heinz Kister

Meldung aus Bad Salzungen
v.l.n.r.: Oliver Salzmann, Steven Gebhardt (Vorsitzender Heimat- und Kulturverein Tiefenort), Heinz Kister, Klaus Bohl (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: v.l.n.r.: Oliver Salzmann, Steven Gebhardt (Vorsitzender Heimat- und Kulturverein Tiefenort), Heinz Kister, Klaus Bohl

Der Zeppelinstein auf der Wacht bei Tiefenort wurde restauriert und mit neuen Informationstafeln ausgestattet. Bei einem Pressetermin am Dienstag, 27. Oktober, informierte Bürgermeister Klaus Bohl über die Maßnahmen zum Erhalt des historischen Denkmals, welches an die Notlandung des Marine-Luftschiffs L 55 im Jahr 1917 erinnert. Ein besonderer Höhepunkt des Termins war die Auszeichnung von Heinz Kister mit der Zeitungsrose, die auf Initiative des Heimat- und Kulturvereins übergeben wurde. Kister, der von der Ehrung überrascht wurde, freute sich sichtlich über die Anerkennung seines langjährigen Engagements.


Der Zeppelinstein ist ein bedeutendes Zeugnis der Tiefenorter Ortsgeschichte. Am 20. Oktober 1917 musste das fast 200 Meter lange Marine-Luftschiff L 55 auf der Wacht bei Tiefenort notlanden. Alle 20 Besatzungsmitglieder überlebten das Ereignis, welches seinerzeit für großes Aufsehen sorgte. Zum 20. Jahrestag der Notlandung wurde das Denkmal 1937 im Rahmen der 800-Jahrfeier Tiefenorts errichtet und eingeweiht.


Bis heute erinnert der Zeppelinstein an dieses außergewöhnliche Kapitel der Geschichte. Zugleich ist er ein beliebter Wander- und Aussichtspunkt, der sowohl von Einheimischen als auch von Gästen geschätzt wird.


Mit der Restaurierung verfolgt die Stadt Bad Salzungen das Ziel, dieses besondere Stück Heimatgeschichte langfristig zu bewahren. Außerdem wurden die Informationstafeln erneuert, um die Geschichte der Zeppelin-Notlandung anschaulich zu vermitteln. Auch Informationen zum Werra-Burgen-Steig finden Besucherinnen und Besucher künftig auf den neuen Tafeln.


Bürgermeister Bohl betonte, dass ein solches Projekt immer die Arbeit einer Gemeinschaft sei. Der Erhalt historischer Orte gelinge nur, wenn viele Beteiligte zusammenwirkten und sich gemeinsam für das kulturelle Erbe ihrer Heimat einsetzten. Die Restaurierung des Zeppelinsteins ist damit nicht nur ein Beitrag zur Denkmalpflege, sondern auch ein Beispiel für das Engagement und den Zusammenhalt vor Ort.


Die Restaurierung des Denkmals wurde von der Firma Leikra-Bau ausgeführt. Darüber hinaus wurde ein neues Gestell für die Informationstafeln angefertigt. Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf rund 7.000 Euro.


Zeitungsrose für Heinz Kister


Ein besonderer Moment des Pressetermins war die Auszeichnung von Heinz Kister mit der Zeitungsrose. Der 1937 geborene Tiefenorter kümmert sich seit vielen Jahren mit großem persönlichem Einsatz um die Anlage rund um den Zeppelinstein. Er hält das Grün rund um den Stein in Ordnung und trägt dazu bei, dass sich Besucherinnen und Besucher an diesem geschichtsträchtigen Ort wohlfühlen können. Mit einer besonderen Geste sorgt er zudem in der Weihnachtszeit für Freude: Dann hängt er eine Karte mit Weihnachtsgrüßen für die Wanderinnen und Wanderer in einen Baum.


Die Ehrung kam für Kister überraschend. Umso größer war seine Freude über die Anerkennung seiner Arbeit und seiner Verbundenheit mit diesem besonderen Ort.
„Ein Denkmal lebt nicht allein von Stein und Inschrift. Es lebt auch von den Menschen, die sich um seinen Erhalt kümmern und seine Geschichte weitertragen. Heinz Kister steht dafür in besonderer Weise“, würdigte Bürgermeister Bohl das Engagement des Tiefenorters.


Im Gespräch berichtete Kister auch von persönlichen Erinnerungen an den Zeppelinstein. So pflanzte er im Jahr 1986 die Kastanie auf dem Gelände. Dieses Ereignis sei damals sogar gebührend gefeiert worden. Die heute stattliche Kastanie ist damit selbst ein Stück jüngerer Ortsgeschichte und prägt den Bereich rund um das Denkmal mit.


Auch zur Geschichte der Inschriftentafel wusste Kister Interessantes zu erzählen: Zu DDR-Zeiten wurde die ursprüngliche Tafel auf dem Stein ersetzt. Die Originaltafel blieb jedoch erhalten und lagerte viele Jahre auf dem Dachboden eines Tiefenorter Bauern. Erst kurz vor der Wende wurde sie wieder an ihrem ursprünglichen Platz angebracht. Die Geschichte der Tafel zeigt, wie eng das Denkmal mit den Erinnerungen und dem persönlichen Einsatz der Menschen vor Ort verbunden ist.
 

Die abgeschlossenen Arbeiten kommen zu einem passenden Zeitpunkt: Im Jahr 2027 jährt sich die Notlandung des Luftschiffs zum 110. Mal, zugleich liegt die Einweihung des Zeppelinsteins dann 90 Jahre zurück. Mit der Restaurierung präsentiert sich das Denkmal rechtzeitig zu diesen beiden Jubiläen in neuem Glanz.
 

Auch für Heinz Kister steht 2027 ein besonderes Jubiläum an: Er wird 90 Jahre alt. Die Stadt Bad Salzungen verbindet dies mit einem herzlichen Dank für seinen jahrzehntelangen Einsatz und seine besondere Verbundenheit mit dem Zeppelinstein.


Mit der Restaurierung und den neuen Informationstafeln setzt die Stadt ein Zeichen für den Erhalt historischer Erinnerungsorte und die Pflege des kulturellen Erbes in ihren Ortsteilen. Der Zeppelinstein bleibt damit nicht nur ein sichtbares Zeugnis der Vergangenheit, sondern auch ein Ort, an dem Geschichte lebendig gehalten wird – dank gemeinschaftlichen Engagements und Menschen wie Heinz Kister.

 

 Stein und Tafeln