Störche in Bad Salzungen


Die Stadt Bad Salzungen hat eine lange Tradition als Storchenbrutort. Belegte Horststandorte gab es in früheren Zeiten auf mehreren Gebäuden in der Stadt. Um 1990 ließ die Kurverwaltung eine Horstunterlage auf dem Bohrturm der Gradieranlagen errichten. 1999 gab es eine erfolgreiche Brut mit zwei flüggen Jungstörchen. Eines dieser Storchenjungen siedelte sich im Nordharzvorland bei Halberstadt an und brütet dort regelmäßig (145 km nördlich von Bad Salzungen).
Im Frühjahr 2011 wurde im Auftrag der Stadtverwaltung Bad Salzungen eine moderne Stahlkonstruktion als neue Nestunterlage auf dem Turm errichtet und mit einer Storchenkamera ausgerüstet. Die neue Nestunterlage wurde inzwischen zu einem stattlichen Nest ausgebaut.

Die Brutergebnisse der letzten Jahre:

2014:

Anfang März hielten sich mehrfach kurzzeitig verschiedene Störche in dem Nest auf, dann ein unberingtes Paar. Mitte März verweilten mehrere Tage ein beringtes Weibchen (Radolfzell AJ037) und ein ungekennzeichnetes Männchen. Der weibliche Storch war 2011 136 km südlich von Bad Salzungen in Mittelfranken als Nestling beringt worden. Ende März gab es heftige Horstkämpfe. Ein neues Paar (beide Altstörche unberingt) setzt sich durch und bleibt. Das Gefieder der neuen Horstbesitzer war durch die Revierkämpfe mit Blut beschmiert.
Am 7. April lag das erste Ei im Nest, ein Zweites folgte nach drei Tagen. Mit nur zwei Eiern war das Gelege ungewöhnlich klein, vermutlich sind die Störche noch sehr jung. Pünktlich nach 33-tägiger Bebrütung schlüpfte aus dem ersten Ei ein Küken. Das zweite Ei ist wahrscheinlich unbefruchtet, so dass es 2014 bei einen Jungstorch bleiben wird.
Bisher betreuen die beiden Elter ihren Sprössling recht vorbildlich.

 

04.06.2014

Nach einer Regenperiode wurde Ende Mai der einzige, noch kleine Nestling immer schwächer und verendete schließlich. Sein Kadaver sowie ein unbefruchtetes Ei wurden am 2. Juni aus dem Nest entfernt. Da das Storchenweibchen nur einmal während der Brutzeit Eier legen kann, gibt es in diesem Jahr leider wieder keinen Storchennachwuchs in Bad Salzungen.

 

2013:

Die Ankunft des Storchenpaares auf dem alten Bohrturm des Gradierwerkes war in diesem Jahr am 10. März. Das Weibchen trug einen Ring der Vogelwarte Hiddensee (DEH H9456). Die Aufschrift des Storchenringes wurde noch am 5. März 2013 in Frankreich auf dem Heimflug von einem Ornithologen abgelesen. Dieser Fund bestätigt, dass das Weibchen ein sogenannter Westzieher ist, der in Spanien überwintert. Den Ring hatte es 2009 als noch nicht flugfähiger Jungstorch in Ernstroda/Landkreis Gotha, jenseits des Thüringer Waldes, erhalten. Bereits das dritte Jahr brütete das Weibchen in Bad Salzungen. Das dazugehörige Männchen ist unberingt.
Weißstörche legen während der Legephase meist alle zwei Tage ein Ei. 2013 lag am 25. März das erste Ei im Nest. Das zweite Ei befand sich aus ungeklärten Umständen am Nestrand und war dann verschwunden. Erst am 1. April folgten das nächste Ei und dann noch ein weiteres. Das Dreiergelege wurde über einen Monat trotz Schnee, Dauerfrost und eisigen Ostwinden erfolgreich bebrütet. Da die Jungstörche entsprechend dem Legedatum schlüpfen, bestanden deutliche Altersunterschiede. Dadurch haben die Jüngsten bei den Fütterungen meist das Nachsehen. So verendete der kleinste Jungstorch am 10. Mai. Infolge der langandauernden Regenperiode, verbunden mit jahreszeitlich viel zu niedrigen Temperaturen, starb Ende Mai ein weiterer Jungvogel.
Als dann Anfang Juni das Storchenweibchen aus unbekannten Gründen nicht zum Nest zurückkehrte, wurde es problematisch mit der Storchenaufzucht. Der alleinstehende Storchenvater versorgte seinen Zögling zwar mit Futter, jedoch konnte er ihn nicht ausreichend bewachen. So war der Jungstorch oft allein. Diesen Umstand nutzten Fremdstörche mehrfach aus, um im Nest zu landen und den hilflosen Jungstorch zu attackieren. Mehrfach wurde der verängstigte Nestling in den letzten Tagen stark im Nackenbereich und an den Flügeln verletzt. Über die Nestkamera waren deutlich die Blutspuren der Angriffe sowie der geschädigte rechte Flügel zu sehen. Da weitere Hackattacken zu befürchten waren, wurde der verletzte Jungstorch von Klaus Schmidt mit Hilfe der Salzunger Feuerwehr am Mittwoch (12.Juni) ausgehorstet und von der Unteren Naturschutzbehörde der Vogelschutzwarte Seebach zur weiteren Pflege übergeben.

2012:

Das Gelege wird bei Horstkämpfen mit Fremdstörchen zerstört. Aus einem Nachgelege schlüpfte ein Jungstorch, der jedoch nach drei Wochen verendete.

2011:

Zwei Jungstörche wurden flügge.


Vielen Dank an Herrn Klaus Schmidt für die Zuarbeit


Zurück

Webcam

Storchencam

Webcam - Bad Salzungen Webcam - Bad Salzungen

Seite aktualisieren